Praxisfall · Recruiting & Employer Branding
Empfehlungen zu einem festen Recruiting-Kanal machen.
Bei SUXXEED habe ich ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm initiiert und umgesetzt. Der Fall zeigt, wie Recruiting auf vorhandene Netzwerke zugreifen kann – und weshalb ein Prämienbetrag allein noch kein Programm ist.
Ergebnis im Team: 42 von 100 Einstellungen kamen im beschriebenen Praxisfall über Empfehlungen.
Rahmen: Meine Zeit bei SUXXEED, 11/2017 bis 04/2023. Die Kennzahl bezieht sich auf den beschriebenen Fall, nicht auf den gesamten Beschäftigungszeitraum.
Ausgangslage
Recruiting braucht einen passenden Mix aus Sichtbarkeit, Ansprache und Auswahl. Neben Karriereseite, Stellenportalen und Active Sourcing gibt es ein Netzwerk, das bereits im Unternehmen vorhanden ist: die beruflichen und persönlichen Kontakte der Mitarbeitenden.
Diese Kontakte zugänglich zu machen war der Ansatz des Programms. Eine Empfehlung kann zusätzlichen Kontext liefern. Sie ersetzt die Eignungsprüfung nicht.
Mein Vorgehen
Ich habe das Programm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ initiiert und umgesetzt. Die Prämie betrug 500 Euro je erfolgreicher Einstellung. Zur praktischen Gestaltung gehörte die Frage, wie aus einer guten Idee ein verständlicher und verlässlicher Ablauf wird.
Aus dieser Arbeit sind für mich sechs Punkte entscheidend:
- Regeln so einfach formulieren, dass Mitarbeitende wissen, für welche Empfehlungen und zu welchem Zeitpunkt eine Prämie fällig wird.
- Das Programm intern sichtbar machen.
- Den Empfehlungsweg unkompliziert halten.
- Empfehlenden und Kandidaten verlässlich Rückmeldung geben.
- Empfohlene Personen anhand derselben Anforderungen auswählen wie andere Bewerbende.
- Das Versprechen mit der tatsächlichen Arbeitgebererfahrung abgleichen.
Ergebnis und Einordnung
Unser Recruiting-Team erzielte im beschriebenen Fall insgesamt 100 Einstellungen. 42 davon kamen über Empfehlungen aus der Belegschaft. Das ist ein gemeinsames Recruiting-Ergebnis. Mein eigener Beitrag lag in der Initiative und Umsetzung des Programms.
Die Zahl macht die Bedeutung des Kanals in diesem Fall sichtbar. Sie belegt weder eine allgemeine Erfolgsquote von Empfehlungsprogrammen noch die isolierte Wirkung der Prämie. Ein genau abgegrenzter Auswertungszeitraum und ein vollständiger Kostenvergleich sind hier nicht dokumentiert; daraus leite ich deshalb keine jährliche Einsparung ab.
Was ich daraus mitnehme
Ein Programm muss zum Alltag passen. Die Prämie kann einen Anstoß geben; ob jemand tatsächlich empfiehlt, hängt auch am Vertrauen in den Arbeitgeber und am Umgang mit der empfohlenen Person.
Empfehlungen bleiben ein Teil des Kanal-Mix. Netzwerke können bestehende Ähnlichkeiten verstärken. Deshalb gehören andere Zugänge und eine strukturierte Auswahl dazu.
Für meine nächste Aufgabe
Ich bringe Erfahrung darin mit, einen Recruiting-Kanal aufzubauen und ihn mit der Arbeitgeberrealität zu verbinden. Dabei interessiert mich nicht nur die Zahl der Kontakte, sondern wie daraus nachvollziehbare Auswahlentscheidungen und verlässliche Erfahrungen entstehen.